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Kommentar // Neue Marktforschung PR-Gag oder serienreif – Wo steht additive Fertigung heute?

| Redakteur: Joscha Riemann

Trotz einiger kritischer Stimmen scheint der Hype um die additive Fertigung ungebrochen. Die Hersteller überschlagen sich mit Lobeshymnen über die Möglichkeiten von AM. Doch wie weit ist additive Fertigung heute wirklich? Wir machen den Realitätscheck.

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Die Begeisterung Rund um den 3D-Druck wirkt teilweise wie ein Goldrausch. Doch was kann die Technologie heute wirklich?
Die Begeisterung Rund um den 3D-Druck wirkt teilweise wie ein Goldrausch. Doch was kann die Technologie heute wirklich?
(Bild: gemeinfrei // pixabay.com)

Der Hype um AM fühlt sich an wie ein Goldrausch: Jedes neue Praxisbeispiel lässt Herzen höher schlagen. Die Mundpropaganda tut ihr Übriges dazu und so lassen sich immer neue Jünger vom "3D-Fieber" anstecken. Neue Drucker, neue Verfahren, neue Branchen, neue Möglichkeiten - die additive Fertigung scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Tatsächlich soll bereits 2020 eine erste vollständig 3D-gedruckte Rakete die Grenzen unserer Welt hinter sich lassen und das Trendthema AM, im wahrsten Sinne des Wortes, in neue Umlaufbahnen befördern.

Das Ende? – Noch offen. Doch die Geschichte warnt uns: Beim letzten „echten“ Goldrausch konnten sich die meisten Glücksritter gerade noch die Heimreise leisten.

Der Vergleich mag überspitzt gewählt sein. Seit dem letzten Goldrausch sind mittlerweile mehr als 100 Jahre vergangen, doch die Sehnsucht nach dem nächsten Rausch ist unverkennbar. Die Superlative und Lobeshymnen der Hersteller und Dienstleistern und das für den B2B-Bereich erstaunliche Interesse der Anwender zeigen, dass die additive Fertigung auf dem besten Weg ist, nach 2014 im B2C, zum zweiten Mal einen Hype auszulösen.

Doch was ist am Trendthema 3D-Druck wirklich dran?

Vor ein paar Wochen haben wir ein subjektives Fazit zu unserer Interviewreihe 3-3-3D gezogen, bei der wir drei Manager aus drei 3D-Druck-Unternehmen befragt haben: Das Potential der Technologie ist klar erkennbar, aber eine „additive“ Revolution, die schon heute oft ausgerufen wird, sehen wir (noch) nicht.

In unseren Recherchen stoßen wir öfter auf die Frage, in welchen Bereichen die additive Fertigung nicht nur schöne Anwendungsbeispiele generiert, sondern wirklich eingesetzt wird. Um unsere subjektiven Eindrücke zu validieren und einen Überblick über die heutigen Einsatzmöglichkeiten von AM zu bekommen, haben wir den Realitätscheck gemacht. In einer der größten Marktforschungen zum Thema in der DACH-Region haben wir* branchenübergreifend industrielle Anwender zur Nutzung der additiven Fertigung befragt.

560 Teilnehmer aus dem B2B-Bereich, davon 80 % Entscheider, ermöglichen es uns so, nicht nur qualitativ Aussagen treffen zu können, sondern auch quantitativ folgende Fragen zu beantworten:

  • Wo steht additive Fertigung heutzutage wirklich?
  • Was vermag additive Fertigung zu leisten und wo kann sie schon jetzt wertstiftend eingesetzt werden?

Alle Ergebnisse der Marktforschung finden Sie demnächst hier auf dem Portal oder Sie abonnieren ganz bequem unseren Newsletter und sind immer auf dem neusten Stand der additiven Fertigung:

Im Fokus unserer Untersuchung standen diese 10 Thesen:

1. AM wird zukünftig an Bedeutung gewinnen.
2. Polymerdruck ist der Einstieg für die additive Fertigung.
3. Die Herstellung von Prototypen ist weiterhin das dominierende Anwendungsgebiet der additiven Fertigung .
4. Metalldruck ist die nächste Evolutionsstufe und bietet vielfältige neue Anwendungsbereiche.
5. Der dominierende Einsatzzweck ist die Effizienzsteigerung einzelner Prozesse.
6. Die Herstellung neuer Produkte ist das primäre (zukünftiges) Ziel für viele Unternehmen.
7. Die Bereitschaft, additive Fertigung auszuprobieren, steigt mit der Größe des Unternehmens an und unterscheidet sich nach Reifegrad in den Branchen.
8. Metalldruck wird eher ausgelagert als Polymerdruck.
9. Je nach Einsatzzweck ist der Antrieb additive Fertigungsverfahren einzusetzen unterschiedlich.
10. Eine der größten Herausforderungen ist die Orientierung bei der Vielzahl an Technologien und das Know-how für eine ganzheitliche Prozesssicht.

Um die Thesen zu verifizieren haben wir Fragen in drei Kategorien gestellt

1. Studienteilnehmer:

  • Wie untergliedern sich unsere Teilnehmer nach Branchen und verwendeten Materialien?
  • Wie groß sind die befragten Firmen?
  • Wie groß ist das vorhandene Know-how / wie informieren sich Unternehmen zum Thema?


2. Einsatzbereiche:
  • Für welchen Einsatzzweck wird produziert?
  • Wie unterscheiden sich die Einsatzbereiche nach Branche und verwendetem Material?
  • Wer sind Stakeholder, die den Einsatz unterstützen // werden Produktionsschritte ausgelagert?


3. Ziele und Motivation:
  • Die gegenwärtigeRolle der additiven Fertigung im Unternehmen: ist Outsourcing eine Option?
  • Mit welchem Antrieb verfolgen Unternehmen additive Fertigung?
  • Wo steht AM in 5 Jahren – Planung und Investitionen in die Zukunft

* Die Marktforschung vereint die Kompetenzen der Vogel Communications Group (VCG). Sie wurde unter Leitung von MISSION ADDITIVE, in Kooperation mit Spotlightmetal, MM Maschinenmarkt, der Marktforschungsabteilung der VCG und in enger Zusammenarbeit mit unseren Medienmarken durchgeführt.

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