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Zukünftige Geschäftsmodelle Der Hype ist vorbei, das Geschäft beginnt

| Redakteur: Marlene Mahlo

Fast alles sollte künftig 3D-druckbar werden: Spielzeug, Waffen, sogar ganze Häuser. Die größten Vorteile der additiven Fertigung sah man in der unmittelbaren und kostengünstigen Verfügbarkeit der Produkte, und der damit einhergehenden Veränderung der Logistik.

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Sind 3D-gedruckte Sneaker, die bisher nur Elitesportlern zur Verfügung standen, bald für die Massen zugänglich?
Sind 3D-gedruckte Sneaker, die bisher nur Elitesportlern zur Verfügung standen, bald für die Massen zugänglich?
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Mit dem Aufkommen preiswerter 3D-Desktopdrucker für den Heimanwender verbreitete sich eine Faszination über die unbegrenzten Möglichkeiten, die damit einhergehen sollten. Nicht wenige sahen bereits eine Übernahme der Wertschöpfung durch den Konsumenten.

Wie sich schließlich herausstellte, waren die ersten Erwartungen überzogen und sollten nicht Realität werden – zu schlecht noch die Qualität, zu hoch die Kosten, jedenfalls bei Druckern für den privaten Gebrauch. Auch gehört zur additiven Fertigung eines Produkts immer ein entsprechendes 3D-Modelldesign und der Umgang mit konventioneller CAD-Software (Computer-Aided Design) setzt erfahrene Anwender voraus.

Folglich ließ, wie bei jedem Hype, die Ernüchterung nicht lange auf sich warten. Dies wirkte bereinigend auf die Branche. Während die mediale Aufmerksamkeit wieder zurückging, konzentrierten sich die überzeugten Vertreter der Industrie auf die sinnvollen Anwendungsfelder der Technologie. Und es scheint, als könne man sich nun mit überzeugenden Konzepten und erfolgreichen Anwendungen der additiven Fertigung zurückmelden. Schließlich bietet der 3D-Druck sehr viele Vorteile, die er nun gerade im industriellen Kontext auszuspielen beginnt.

Potenziale und Herausforderungen

Durch den schichtweisen Ansatz fallen viele Limitationen und Anforderungen an die Geometrie eines Bauteils weg, die bei konventionellen Produktionsverfahren noch im Produktdesign berücksichtigt werden mussten. Diese neugewonnene Designfreiheit ermöglicht hochkomplexe Strukturen mit einer Kombination aus extremer Leichtigkeit und Stabilität. Ebenso lassen sich ohne Weiteres mehrere funktionale Komponenten in einem Fertigungsschritt erzeugen.

Vor allem aber kommt die additive Fertigung im Unterschied zu herkömmlichen Produktionsverfahren ohne Werkzeuge oder Formen aus. Die Fertigungskosten sind daher unabhängig von der Stückzahl und auch kleinere Losgrößen oder gar Einzelanfertigungen lassen sich zu angemessenen Stückkosten produzieren. Damit einher geht die erstmalige Chance für Unternehmen, kundenindividuelle Produkte in Dimensionen der Serienfertigung anzubieten. Gerade dieser Treiber der additiven Fertigung steht im Fokus vieler Zukunftsvisionen der Industrie 4.0.

Betrachtet man diese Vorteile des 3D-Drucks genauer, fällt auf, dass immer auch der Designerstellungsprozess mit ins Kalkül gezogen werden muss. Wichtiger noch: Wenn anwendungsfallspezifische bzw. kundenindividuelle Produkte angeboten werden sollen, müssen auch entsprechend viele Designvarianten der jeweiligen Produkte erzeugt werden. Dadurch ergibt sich eine gänzlich neue Herausforderung.

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